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Erhöhen Sie Ihre Produktivität durch Aus- und Weiterbildung Ihres Personals

veröffentlicht am 09.02.2010 unter Logistik
Die Kostensituation zwingt Ihr Unternehmen dazu, die Personalkosten im Verhältnis zur geleisteten Arbeit zu senken, damit Sie auch in der Wirtschaftskrise noch wettbewerbsfähig sein können. Um dieses Ziel zu erreichen, kann man in der Praxis, nicht nur in unserer Branche, 2 Verhaltensrichtungen beobachten.
1. Die eine (größere) Gruppe senkt die Personalkosten über die Kürzung von Sonderleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Neueinstellungen bekommen grundsätzlich weniger Gehalt als das ausscheidende Personal. Weiterbildungen werden nicht mehr finanziert, sogar die gesetzlich vorgeschriebenen Aus- und Weiterbildungen werden nicht mehr durchgeführt. Hinzu kommt noch, dass die zu leistende Arbeit auf immer weniger Personal verteilt wird, Reserven gibt es nicht mehr.

Die Folgen dieses Verhaltens können Sie jeden Tag selber beobachten. Es entsteht eine negative Stimmung in der Belegschaft, selbst die Willigen sind durch die ständige Überlastung nicht mehr wie gewohnt leistungsfähig; sie machen Fehler und werden häufiger krank. Die guten Mitarbeiter gehen auf die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, die anderen sind demotiviert und mogeln sich durch den Arbeitstag.

Das Ergebnis sind geringere Lohnkosten bei überproportional sinkender Leistung, d. h., die Produktivität sinkt pro Lohnstückkosten. Nicht umsonst beklagen sich die Frachtversicherungen über eine stark steigende Schadenquote im Transportbereich und die Kunden über eine immer schlechtere Leistung der Branche.

Diese Unternehmen entwickeln sich dann vom Markenartikler zum Discounter und bekommen Aufträge nur noch über Dumpingpreise.

2. In der anderen Gruppe werden die betrieblichen Löhne und Zusatzleistungen selbst in der Krise nicht gekürzt. Im Gegenteil: Es gibt zusätzliche Prämien für außerordentliche Leistungen. Die Qualität des Personals wird durch eine konsequente Aus- und Weiterbildung ständig erhöht. Die Konzentration der Kostenreduzierungen liegt bei den Sachkosten wie zum Beispiel Versicherungskosten und Materialeinkauf. Hinzu kommt das ständige Bemühen, innerbetriebliche Prozesse zu optimieren, um unnötige Arbeitswege zu vermeiden.

Dieser Weg ist schwieriger und bedarf einer hohen Führungsqualität aller Vorgesetzten, die wiederum durch eine entsprechende Weiterbildung erreicht werden kann. Neue Aufträge werden von diesen Unternehmen nicht über den Preis, sondern über die besondere Leistungspalette gewonnen, was in unserer Branche immer profitabler sein wird als die Dumpingstrategie.

Aus- und Weiterbildung als wichtiges Element der Produktivitätserhöhung
Bei der Aus- und Weiterbildung unterscheidet man zwischen der innerbetrieblichen Ausbildung und der externen Ausbildung. Um Kosten zu sparen, sollten leitende Mitarbeiter auf Seminare geschickt werden, mit der Auflage, das erworbene Wissen in internen Schulungen an die Belegschaft weiterzugeben. Wichtig ist, dass die infrage kommenden Schulungen und die Referenten genau auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden, denn in diesem Bereich gibt es sehr viele „akademische“ Ausbildungen, die dem Praktiker nichts oder nur sehr wenig bringen.

Es ist aber durchaus sinnvoll, auch Fachkurse bei Referenten anderer Branchen zu besuchen, vor allem bei denen aus Industrie und Handel, denn diese Branchen haben häufig große Erfahrungen mit der innerbetrieblichen Ablaufoptimierung, und man kann als Zusatznutzen besser verstehen, wie die Kundschaft denkt. Zudem besteht dabei durchaus die Möglichkeit, Verhaltensweisen und Techniken auf die Transportbranche zu übertragen. Immer häufiger werden von diesen Betrieben auch Inhouse-Schulungen durchgeführt, was den Vorteil hat, dass der Referent speziell auf die Problemstellungen des Unternehmens eingehen kann und keine Reisekosten fürs Personal anfallen.

Gute Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sind immer mit entsprechenden Kosten verbunden, deshalb sollte ein modern geführter Betrieb bei weiterbildungswilligen Mitarbeitern die Kosten, zumindest teilweise, übernehmen. Mitarbeiter, die bereit sind, sich in ihrer Freizeit weiterzubilden, sind in der Regel sehr motiviert - vor allem dann, wenn es sich um Kurse handelt, die dem Betrieb geldwerte Vorteile bringen. Ein Problem entsteht aber dann, wenn der Betrieb eine Ausbildung bezahlt hat, der Mitarbeiter jedoch kündigt und zu einem anderen Unternehmen geht. Dieses Risiko kann mithilfe eines Ausbildungsvertrags reduziert werden. Ein solcher Vertrag muss allein deshalb schon existieren, damit der Betrieb die Kosten einer außerbetrieblichen Weiterbildung steuerrechtlich problemlos absetzen kann.

Beachten Sie aber, dass der Vertrag, je nach Höhe der Kosten, nur über eine Laufzeit von maximal 3 Jahren abgeschlossen werden kann, um rechtsgültig zu sein. Das bedeutet, dass der Aus- bzw. Weitergebildete nur über 3 Jahre verpflichtet werden kann, die Kosten bei der Kündigung seines Arbeitsverhältnisses anteilig zurückzuzahlen.

Zumindest einmal jährlich sollten Sie mithilfe einer kleinen Arbeitsgruppe über die bestehenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen Ihres Betriebs diskutieren und über Verbesserungen nachdenken, damit auch hier keine Ressourcen verschwendet werden. Derartige innerbetriebliche Maßnahmen kosten Zeit und Geld; wenn sie aber richtig durchgeführt werden, ist der geldwerte Vorteil für Ihr Unternehmen um ein Vielfaches höher. Er entsteht dadurch, dass die Abgrenzung zur Konkurrenz im Laufe der Zeit für Ihre Kunden qualitativ klar sichtbar wird und die Personalkosten aufgrund der höheren Produktivität dank der verbesserten Leistungen sinken. Kleiner, aber wichtiger Nebeneffekt: Die „Chemie“ im Betrieb lässt sich damit zusätzlich verbessern.
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