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Umweltzonen: Vernichter des Mittelstands

veröffentlicht am 01.04.2010 unter Fuhrparkmanagement
Um Ihr Unternehmen in der heutigen Zeit wirtschaftlich betreiben zu können, müssen Sie die Einsatzmittel optimal nutzen. Das bedeutet im Fahrzeugbereich, dass Sie neu gekaufte Nutzfahrzeuge in der Transportbranche mindestens 8 Jahre einsetzen müssen, um sie betriebswirtschaftlich abschreiben zu können.
Die Ursache für diesen Sachverhalt ist die enorme Abgabenlast, die der Gesetzgeber den Fahrzeugnutzern in den letzten Jahren aufgebürdet hat (z. B. die Mauterhöhung um ca. 86 % im Jahr 2009). Hinzu kommen im jährlichen Intervall kostenträchtige Verschärfungen des Gesetzgebers (z. B. Einführung des digitalen Kontrollgerätes, Verschärfung der Ladungssicherung, neue Sozialvorschriften oder die neue Berufskraftfahrer-Qualifikation). Offensichtlich ist dies der Politik auch bekannt, da sie parallel die steuerlichen Abschreibintervalle der Fahrzeuge verlängert hat.

Wenn Sie, wie offensichtlich gewünscht, jährlich die neuesten Fahrzeuge nach den neuesten Umweltstandards kaufen würden, würde der Transport so teuer werden, dass Sie dann keine reelle Chance mehr gegen die ausländischen Unternehmen hätten. Die deutschen Unternehmen haben es schon jetzt nicht leicht, gegen deren Kostenstrukturen anzukommen.

Deshalb ist es eine Illusion, über diesen Weg mehr neue Fahrzeuge an den Mann bringen zu wollen, Sie können es aus wirtschaftlichen Gründen schlicht und einfach nicht.

Den Fahrzeugherstellern, die technisch schon seit Jahrzehnten umweltfreundlichere Fahrzeuge herstellen könnten, hat die Politik bei der Produktion Jahr für Jahr immer mehr Zugeständnisse in Sachen Umweltfreundlichkeit gemacht. Das Versäumnis der Politik, die Industrie rechtzeitig zur Produktion von umweltfreundlicheren Fahrzeugen zu zwingen, wird nun auf dem Rücken des Mittelstandes abgeladen. Wie konnte die Politik nur dieses Bürokratie-Monstrum der Umweltzonen zulassen?

In allen Wahl- und Sonntagsreden der Parteien wird vom Abbau der Bürokratie geredet, in der Praxis wird aber genau das Gegenteil gemacht. Beispiel Umweltzonen: Die Kosten der Beschilderung sowie der Aufbau der Bürokratie und Kontrollen stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis, da selbst die Hardliner der Umweltpolitik zugegeben haben, dass der Einspareffekt der Feinstaubbelastung der Städte nur ca. 1 % beträgt.

Selbst dieser kleine Einspareffekt wird durch Umwegverkehre, die zwangsläufig entstehen, wieder zunichtegemacht. Der Trost, dass man Ausnahmegenehmigungen einholen kann, hilft nicht im Geringsten, da Sie in der Regel tagesaktuelle Aufträge bekommen und nicht schon Wochen vor der Einfahrt für jede Stadt, die derartige Umweltzonen hat, einen entsprechenden Antrag stellen können - von den Kosten der Bearbeitung und den Gebühren ganz zu schweigen.

Was könnte helfen? Wenden Sie sich massiv an Ihre zuständigen Abgeordneten, vor allem an die, die im EU-Parlament und im Bundestag sitzen, und bombardieren Sie alle mit Schreiben, wie es die Landwirte sehr erfolgreich machen. Oder kennen Sie eine Branche, die im Straßenverkehr so viele Freiheiten hat wie die Landwirtschaft (Beispiel: Befreiung von den Vorschriften der Lenk- und Ruhezeiten)?

Die Logistik-Branche wehrt sich gegen derartige unsinnige Vorschriften viel zu wenig. Wir brauchen keine mittelalterlichen Umweltschranken vor jeder Stadt, wir benötigen praktikable Lösungen, damit der Mittelstand gerade in diesen schwierigen Zeiten überleben kann!"
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