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Kennzahlen: Bewerten Sie den Erfolg Ihres Unternehmens mithilfe von Kennzahlen (Teil 2)

veröffentlicht am 19.03.2011 unter Fuhrparkmanagement
Kennzahlen sind, wie in der Februar- Ausgabe beschrieben, wichtig, um Verhältnismäßigkeiten innerhalb des Unternehmens (wie zum Beispiel der Vergleich des 1. Quartals 2009 mit dem 1. Quartal 2010 oder der Niederlassung Hamburg mit der Niederlassung München) zu vergleichen.
Des Weiteren sind sie die Seele des Benchmarks, des Vergleichs mit den Zahlen der Konkurrenz. Quelle der Informationen über die Konkurrenz sind entweder die Banken, die anonymisierte Zahlen der Branche veröffentlichen, oder Verbände, die auch über derartige Daten verfügen, damit Sie Ihre eigenen Zahlen mit denen der Branche vergleichen können. Im Nachfolgenden haben wir für Sie noch weitere Kennzahlen aufgeführt.

Kennzahlen aus der Finanzbuchführung und dem Jahresabschluss

Debitorenumschlag:
Durchschnittlicher Bestand an Forderungen pro Monat (offene Kundenrechnungen) geteilt durch den Umsatz (Erlöse) mal 100 ergibt den prozentualen Anteil der offenen Rechnungen zu den Erlösen pro Monat.
Kreditorenumschlag: Durchschnittlicher Bestand an Verbindlichkeiten pro Monat (offene Lieferantenrechnungen) geteilt durch die durchschnittlichen Einkaufskosten pro Monat mal 100 ergibt den prozentualen Anteil der offenen Lieferantenrechnungen zu den Einkaufskosten pro Monat.

Der Vergleich des Debitorenumschlags im Verhältnis zum Kreditorenumschlag zeigt auf, welche kurzfristigen Finanzierungskosten Ihren Betrieb belasten (Debitorenumschlag höher als Kreditorenumschlag) oder entlasten (Kreditorenumschlag höher als Debitorenumschlag).

Eigenkapitalquote: Eigenkapital (Bilanz auf der Passivseite) geteilt durch das Gesamtvermögen (Bilanzsumme) mal 100 ergibt die Eigenkapitalquote. Der Eigenkapitalanteil drückt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Gesamtkapital aus. Eine geringe Eigenkapitalquote macht Ihr Unternehmen anfällig bei starken Konjunkturschwankungen und verringert bei notwendigem Wechsel der Angebotspalette die Flexibilität der Firma. Die Eigenkapitalquote in Verbindung mit dem Cashflow ist für die Banken in der Regel ausschlaggebend für die Kreditwürdigkeit einer Firma.

Liquiditätskennzahlen: Zahlungsmittelbestand (unter dem Umlaufvermögen auf der Aktivseite der Bilanz) geteilt durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten (auf der Passivseite der Bilanz) mal 100 ergibt die Liquidität 1. Grades. Kurzfristiges Umlaufvermögen (auf der Aktivseite der Bilanz) geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten mal 100 ergibt die Liquidität 2. Grades. Gesamtes Umlaufvermögen geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten mal 100 ergibt die Liquidität 3. Grades. Kennziffern zur Liquidität sind Kennzahlen, die Auskunft über den Grad der Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens geben. Die Vermögensgegenstände werden danach geordnet und zusammengefasst, wie schnell sie zu flüssigen Geldmitteln umgewandelt werden können.

Umsatzrentabilität: Gewinn vor Steuern geteilt durch den Umsatz (Erlös) aus der GuV-Rechnung mal 100 ergibt den Grad der Umsatzrentabilität (Rendite im Verhältnis zum Betriebserlös). Die Umsatzrentabilität verdeutlicht, auf welcher Grundlage der Gewinn erzielt wurde beziehungsweise wie rentabel Ihr Unternehmen gewirtschaftet hat.

Lagerumschlag: Lagerabgang geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand mal 100 ergibt den Lagerumschlag in Prozent. Da bei der Berechnung Ihrer Lagerkosten der Lagerumschlag nicht unerheblich zu Buche schlägt, ist diese Zahl eine wichtige Kostenkennzahl.

Verhältniszahlen: Im Bereich der Verhältniszahlen gibt es unzählige Gegenüberstellungen von Größen, wie zum Beispiel: Umsatz pro Kopf, Gewinn pro Kopf, Umsatz pro Fahrzeug, Reparaturquote des Fuhrparks, Verwaltungskosten pro Transport, Schadenquote je gefahrenem Kilometer, Anwesenheitsquote des Fahrpersonals etc. Für ein Unternehmen, das kaufmännisch professionell arbeiten möchte, müssen gezwungenermaßen vergleichende Zahlen erarbeitet werden. Welche im Detail für Ihr Unternehmen notwendig sind, hängt natürlich vom Tätigkeitsbereich Ihres Unternehmens ab. Es ist allerdings „Chefsache“, zumindest einmal pro Jahr die Kenn- und Vergleichszahlenstruktur zu überprüfen und bei Bedarf zu ergänzen oder zu kürzen, um die Berechnungen der betrieblichen Entwicklung anzupassen.

Anwesenheitsquote: Die Tage der tatsächlichen Anwesenheit geteilt durch mögliche Arbeitstage im Jahr minus der gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubstage (24 Werktage) oder der vorgeschriebenen tariflichen Urlaubstage mal 100 ergibt Ihre Anwesenheitsquote bzw. die Ihrer Mitarbeiter.

Arbeitsplatzproduktivität eines Disponenten:
Umsatzerlöse eines Disponenten minus laufende Arbeitsplatzkosten (Telefonkosten, EDV-Kosten usw.) minus Wertverlust der notwendigen Anlagegüter (Schreibtisch, Computer etc.) minus Lohnkosten berechnet auf ein Arbeitsjahr ergibt die Ertragsmarge in Euro pro Jahr. Anwesenheitstage (alternativ Stunden) im Jahr geteilt durch die Ertragsmarge pro Jahr mal 100 ergibt die Produktivität in Prozent des Disponenten pro Tag. Diese Produktivität können Sie auch für einen einzelnen Kraftfahrer berechnen. Da dieser allerdings den von ihm generierten Umsatz nicht selbst steuern kann, ist diese Kennzahl für Sie nicht so relevant wie die eines Disponenten, der seine Ertragslage wenigstens teilweise selbst steuern kann.
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