Alles rund um das Thema Verschiffen
Waren in großen Mengen lassen sich manchmal günstiger
verschiffen, als über andere Wege transportieren. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sowohl Versende- als auch Zielregion in Küstennähe liegen. Prinzipiell hat der Gütertransport per Schiff jedoch abgenommen, da die Infrastruktur des Landtransports sich wesentlich verbessert hat.
Das Verschiffen bzw. die europäische Binnenschifffahrt steht im Schatten von Hochsee-Linern und Fracht-Jets
Sie sind ebenso lang wie langsam und tuckern jahrein, jahraus über Europas Wasserstraßen dahin. 35.000 Kilometer sind das immerhin. Sie heißen oft "Kalle" oder "Emma" und sind vor allem viel auf dem Rhein unterwegs.
Nach Schätzungen bewältigt der Fluss 70-80 % des europäischen Binnenschiffsverkehrs. An 2. Stelle folgt die Donau (10 %), die gleichzeitig die bedeutendste Ost-West-Wasserverbindung auf dem Kontinent ist. Negativ auf Attraktivität und Leistung des Verschiffens wirkt sich die an vielen Stellen verbesserungswürdige Infrastruktur der Wasserstraßen und Binnenhäfen aus, was die ohnehin lange Transportdauer noch einmal erheblich verlängern kann. Demgegenüber kann die Branche aber auch mit einer ganzen Reihe von Vorteilen punkten:
Pluspunkte Verschiffen
- Transport von Massengütern, vor allem Steine, Schrott und Stahl
- Zuverlässigkeit und hohe Transportsicherheit
- Transport kritischer Produkte (Gase, Chemikalien)
- Planungssicherheit (auf Wasserwegen gibt es keine Staus)
- Transport sperriger Waren
- Vor- und Nachlauf für die Hochseeschifffahrt
- Verschiffen großer Gütermengen über weite Strecken
- Senkung der Transportkosten durch Mengeneffekte, vor allem im Vergleich zum LKW (Maut, geringere Ladekapazität)
- Keine gesetzlichen Fahrverbote
- Umweltschonend
- Energieeffizient
Minuspunkte Verschiffen
- Geringe Fahrtfrequenzen
- Lange Transportdauer
- Für hochwertige und zeitkritische Güter ungeeignet
- Wetterabhängigkeit (Eis, niedrige Wasserstände bei Trockenheit)
Die Berechnung bezieht sich auf Güterschiffe. Entgelte für andere Wasser- Schiffsbeispiele
Kapazität Länge (t) (m)
- Stromschubschiff 43-81 10-14
- Kanalschubschiff 201-219 21-26
- Schubleichter 136-1.250 20-72
Aktuelles Preisbeispiel:
- Schifffahrtsabgaben auf der Mosel
- Güter der Güterklasse I 0,644 Cent/tkm
- Güter der Güterklasse II 0,640 Cent/tkm
- Güter der Güterklasse III 0,548 Cent/tkm
- Güter der Güterklasse IV 0,456 Cent/tkm
Aktuelles Preisbeispiel:
Hafenentgelte Port Duisburg
- Tragfähigkeit/t 2.000 1.000 500
- Transportmenge/t 1.000 800 200
- Liegezeit/Tage 10 10 10
- Preis/Euro 215 107,50 53,75
Verschiffen in Europa
Gegenwärtig sind in der EU 15.000 Binnenschiffe im Einsatz (ohne Hilfs- und Versorgungsfahrzeuge).
Niederlande
- 5.046 Kilometer Wasserstraßennetz (befahrbar mit Schiffen über 50 Tonnen)
- 5.000 Frachtschiffe
- 1.000 Schub- und Schleppboote
- 1.700 Schuten, Arbeitsschiffe und anderes schwimmendes Gerät
- 330 Mio. Tonnen Transportaufkommen (2005), davon 65 Mio. Tonnen Gefahrgüter
- 15.000 Beschäftigte Österreich
- Größte Binnenreederei Europas (DDSG-Cargo = Erste Donauschifffahrts- Gesellschaft)
- 350 Kilometer Wasserstraßennetz (Donau)
- 190 Binnenschiffe
- 10,2 Mio. Tonnen jährliches Transportaufkommen (2005) Frankreich
- 8.500 Kilometer Wasserstraßennetz
- 1.400 Binnenschiffe
PRAXIS-TIPP
Da die Preise der europäischen Häfen beim Verschiffen für gleichartige Leistungen unterschiedlich ausfallen, kann es sich durchaus lohnen, einen entfernteren Hub in die Einkaufskalkulation mit einzubeziehen.
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