|
Auf dem deutschen und internationalen Markt gibt es eine Menge Logistikanbieter. Diese bieten Lösungen für die unterschiedlichsten Transportanforderungen.
Testen Sie unseren LogistikManager zum Thema Logistikanbieter 30 Tage lang kostenlos
So finden Sie schnell den richtigen Logistikanbieter
Die Vergabe von Diensten und Tätigkeiten an spezialisierte Unternehmen - auf Neudeutsch auch Outsourcing genannt
- ist auch in der Logistik oft ein probates Mittel, wirtschaftlicher zu arbeiten. Doch es gilt hier, den richtigen
Logistikanbieter zu finden, soll die Vergabe bisher intern erledigter Aufgaben zum wirtschaftlichen Erfolg werden, die eigene
Organisation erleichtern und nicht in einer Katastrophe enden. Wenn Sie unsere Regeln befolgen, verliert das von
vielen Logistikverantwortlichen gefürchtete Ausschreibungsverfahren für Sie seinen Schrecken. Unsere 11 Grundregeln
helfen Ihnen, die gefährlichsten Klippen eines Ausschreibungsverfahrens für Logistikanbieter erfolgreich zu umschiffen.
Logistikanbieter gibt es viele, der Markt ist
heiß umkämpft. Da sollte es für Sie als
Logistik-Manager eigentlich kein Problem
sein, für Teilbereiche des internen und
externen Materialflusses einen Partner
zu finden.
Ihre Motive sind klar umrissen:
Spezialisten können diverse Aufgaben
besser und schneller erledigen.
Und
auch die Ziele sind von vornherein klar:
Wirtschaftlicher und schneller soll Ihre
Organisation werden. Wenn Sie dabei
noch neue kundenorientierte Serviceleistungen
etablieren können, umso besser!
Doch zunächst gilt es, in einem Ausschreibungsverfahren
den besten und
obendrein preiswertesten Logistikanbieter
für Ihre individuellen Anforderungen zu
finden.
Doch dabei ist so einiges zu beachten.
Zwischen Logistikanbieter und Kunden
muss ein intensives Vertrauensverhältnis
bestehen. Und zwar nicht nur, weil Sie
sich auf die Funktionen des Logistikanbieters
verlassen müssen, sondern auch weil
Sie Kompetenzen und - noch problematischer
- internes Know-how an Dritte
weitergeben.
Die 4 Phasen der Ausschreibung
Grob unterteilt sich die Suche nach einem
Logistikanbieter in 4 Schritte.
- Definieren Sie, welche Aufgaben in
Zukunft nicht mehr intern erledigt
werden sollen und welche Vorteile
Sie hiervon erwarten. Diese Punkte
sollten Sie mit Bedacht und der notwendigen
Sorgfalt durchführen.
Binden Sie schon jetzt andere Abteilungen,
wie beispielsweise die Produktion
und auch die Buchhaltung, intensiv
ein. Nutzen Sie dabei unbedingt
die Chance, die Abläufe der Logistik
und besonders die Schnittstellen
zu anderen Abteilungen auf den Prüf-
stand zu stellen. Oft ergeben sich hier
schon wichtige Ansätze, wirtschaftlicher
und schneller zu arbeiten.
Nach diesem Prozess halten Sie die erste
Fassung eines Pflichtenheftes in Händen.
Doch oft ist diese erste Fassung
noch recht global gehalten und taugt
nur bedingt für einen Ausschreibungsprozess.
- Es gilt nämlich noch, diese
Aufgaben und Ziele in vergleichbare
Kenngrößen zu gießen, denn nur
so können Sie bei der Ausschreibung
die Angebote vergleichbar halten. Ermitteln
Sie zusammen mit den anderen
Abteilungen akribisch die Kosten
für jeden einzelnen Schritt in der Logistikkette.
Berücksichtigen Sie dabei neben
den Personalkosten auch die Raum-,
Zusatz- und Verwaltungskosten, die sich
oft in anderen Posten oder Abteilungen
verstecken.
Nur so können Sie prüfen,
ob sich mit einem externen Logistikanbieter
die erwünschten Einsparungen
erreichen lassen. Außerdem benötigen
die an der Ausschreibung teilnehmenden
Unternehmen eine komplette Aufstellung
der zu leistenden Tätigkeiten und
die aus diesen Prozessen entstehenden
Daten wie Lagerbestandslisten, Lieferscheine
und Rechnungen.
Mit diesem Rüstzeug können Sie nun
in eine Voranfragephase potenzieller
Logistikanbieter eintreten.
Hierbei sollten Sie die Unternehmen
zunächst nur grob über die Art
der zu vergebenden Dienstleistungen
informieren. Diese Kurzform genügt
den angefragten Unternehmen in der
Regel, um schnell zu entscheiden, ob sie
an diesen Projekten Interesse haben.
Der wichtigste Aspekt dieser Kurzform
ist aber Ihre eigene Sicherheit.
Solch wichtige interne Informationen,
wie sie sich in Ihrem Pflichtenheft befinden,
gehören erst in fremde Hand,
wenn es zu einer Vertraulichkeitserklärung
gekommen ist! Einige Anbieter
werden aber schon in dieser Phase
aussteigen.
- Mit den verbleibenden Unternehmen
können Sie nun in die eigentliche
Ausschreibungsphase treten.
Doch zunächst sollten Sie an die erwähnten
Vertraulichkeitsvereinbarungen
denken. Wenn Sie nun noch unsere
11 Grundregeln für perfekte
Ausschreibungen (Seite 5) beachten,
sollte sich anhand der vorliegenden
Angebote schnell die Spreu vom Weizen
trennen lassen.
In dieser Phase kann es durch Anregungen
der Bewerber durchaus noch
zu Veränderungen im Pflichtenheft
kommen. Überdenken Sie solche Anregungen
aber genau, bevor Sie sie ins
Pflichtenheft übernehmen.
Um die hereinkommenden Angebote auch
wirklich vergleichbar zu halten, sollten
Sie die Änderungen allen beteiligten
Firmen zukommen lassen. Bevor Sie
in die vierte Phase der Ausschreibung
eintreten, prüfen Sie die für Sie interessantesten
Angebote intensiv.
- In dieser Phase wird Ihre Zusammenarbeit
mit dem zukünftigen
Partner schon recht intensiv. Das
sollte jedoch kein Grund sein, sich
jetzt schon endgültig auf einen Logistikanbieter
festzulegen. Denn erst bei den
Vertragsverhandlungen können Sie
endgültig feststellen, was Sie welcher
Leistungsumfang kostet und welche
Services Sie wirklich in Anspruch nehmen
wollen.
Auch in dieser Phase
kann es geschehen, dass der eine oder
andere Logistikanbieter aussteigt bzw. sich
als nicht ganz geeignet erweist. Deshalb
ist es immer eine gute Idee, mit
mehreren Anbietern zu verhandeln.
Die 11 Grundregeln für perfekte Ausschreibungen
Bleiben Sie immer Herr des Verfahrens
Um wirklich vergleichbare Angebote zu erhalten, müssen
die Bewerber Ihre Spielregeln und Ihr Ausschreibungskonzept
akzeptieren! Lassen Sie sich nicht auf individuelle Sonderwege
der Logistikanbieter bei den Ausschreibungsunterlagen ein. Sollten
sich im Laufe des Prozesses Änderungen ergeben, weil Sie
ein Logistikanbieter auf Lücken oder Mängel in der Ausschreibung
hinweist, so geben Sie diese Änderungen rechtzeitig an alle
Bewerber weiter.
Geben Sie die Kommunikationswege vor
Verlangen Sie einen Ansprechpartner von jedem Unternehmen,
das sich um den Auftrag bemüht. Die Kommunikation
mit mehreren Personen und Stellen auf der Dienstleisterseite
führt zwangsläufig zu Kommunikationsproblemen! Auch
in Ihrem Unternehmen sollte ein Ansprechpartner definiert
werden, bei dem die Kommunikation zusammenläuft.
Achten Sie auf die Form der Angebote
Dass ein mit Tippfehlern durchsetztes und von der äußeren
Form mangelhaftes Angebot keine gute Visitenkarte des potenziellen
Logistikanbieteres ist, versteht sich von selbst! Hier drängt
sich der Verdacht einer mangelnden Kundenorientiertheit geradezu
auf. Aber auch bei allzu aufwändigen Präsentationen
sollten Sie misstrauisch sein! Der ganze Animations-Schnickschnack
moderner Präsentationen kann blenden und leicht von
Inkonsistenzen oder Mängeln eines Konzepts ablenken.
Geben Sie Termine vor und achten Sie auf ihre Einhaltung
Termintreue ist oberstes Gebot! Schließlich soll die Übertragung
an einen Logistikanbieter Ihr Unternehmen entlasten.
Hält ein Bewerber zugesagte Milestones schon in der Ausschreibung
nicht ein, können Sie davon ausgehen, dass er es
im täglichen Betrieb ähnlich hält.
Achten Sie auf Genauigkeit und Vollständigkeit
Wenn Sie einen Logistikanbieter suchen, so wollen Sie Sicherheit
gewinnen, ob er den geforderten Leistungsumfang auch bewältigen
kann. Bestehen Sie auf vollständigen Informationen
zu Kalkulationen und detaillierten Rechnungen zu Personalbedarfs-
und Kostenermittlungen. Auch Fragen nach
Versicherungsnachweisen und Umsatz- oder besser Bilanzzahlen
der Bewerberfirmen sind nicht unverschämt, sondern
bewahren Sie und Ihr Unternehmen vor unliebsamen
Überraschungen!
Achten Sie auf Vertraulichkeit
Im Verlauf der Ausschreibung geben Sie immer wichtige
Informationen an Dritte weiter! Diese wollen Sie sicher nicht
beim Mitbewerber sehen. Deshalb sind Vertraulichkeitsvereinbarungen
absolute Pflicht. Bietet Ihnen ein Unternehmen
vorgefertigte Vereinbarungen an, so lassen Sie diese unbedingt
von Ihrem Rechtsanwalt überprüfen!
Lassen Sie sich nicht überrollen
Wenn ein Logistikanbieter schon bei der Erstanfrage mit einem
kompletten Angebot auftaucht, sollten Sie vorsichtig reagieren!
Stellen Sie sich dann immer folgende Fragen:
- Ist dieses Angebot wirklich auf Ihr Unternehmen
und Ihre Bedürfnisse abgestimmt?
- Versucht der Betreffende, das Angebotsverfahren
hiermit zu umgehen?
Sie werden diese Fragen meistens schnell mit Ja beantworten
können. Die Konsequenz ist klar: Das betreffende Unternehmen
kommt nicht in Frage!
Bevorzugen Sie Partner mit Erfahrung in Ihrer Branche
Fordern Sie Referenzen an! Ein Logistikanbieter mit entsprechender
Erfahrung sollte keine Probleme haben, Referenzprojekte
und Firmen vorzuweisen. Hierbei sollten zumindest
der genaue Kunde, der Umfang der Dienstleistung sowie
der genaue Ort und der Zeitraum genannt sein. Lassen Sie
sich bei Referenzen mit Großunternehmen nicht mit der
globalen Nennung des Firmennamens abspeisen, sondern
verlangen Sie auch die Nennung der Unternehmenseinheit.
Wenn ein Anbieter sogar einen Ansprechpartner bei den
Referenzkunden nennt, den Sie obendrein kontaktieren dürfen,
können Sie sich freuen!
Der Logistikanbieter muss sich Ihnen anpassen und nicht umgekehrt
Lassen Sie sich nicht dazu überreden, bei den einzelnen
Posten Preisangaben zu akzeptieren, die nicht zu Ihrer internen
Systematik passen! Wenn sich ein Logistikanbieter ohne nähere
Begründung nicht an Ihre Nomenklatur hält, legen Sie sein Angebot
besser beiseite und betrachten dies als K.o.-Kriterium.
Achten Sie schon in der Ausschreibungsphase auf die Qualität
der Dienstleistung
Qualität ist schwierig zu bewerten. Die Zahl der Messmethoden
ist geradezu unerschöpflich. Legen Sie Ihre eigenen Maßstäbe
an und fordern Sie konkrete Kenngrößen, wie zum Beispiel
Systemverfügbarkeit und Zustellquote, an. Der lapidare
Verweis auf eine ISO-Zertifizierung sollte Ihnen nicht genügen.
Organisieren Sie die Ortsbesichtigung
Ortsbesichtigungen sind Arbeitstermine und dienen obendrein
der Schaffung eines Grundvertrauens! Wenn die Bewerber
zu einer Ortsbesichtigung in Ihr Unternehmen kommen,
sollten alle wichtigen Mitarbeiter, die mit dem Outsourcing
zu tun haben, für Fragen zur Verfügung stehen. So lassen
sich Fragen zu Abläufen sowie zur internen und externen
Organisation schnell und zielgerichtet klären. Die Arbeitsatmosphäre
sollte dabei zwar angenehm gehalten werden,
aber nicht den Charakter eines Betriebsausflugs mit übertriebener
Bewirtung annehmen. Gleiches gilt, wenn Sie den potenziellen
Partner in seinem Unternehmen besuchen.
LogistikManager gibt wertvolle Hinweise zum Thema Logistikanbieter
Der LogistikManager berät Sie kompetent und aktuell zu allen relevanten Bereichen der Logistik. Im Bereich des Warentransports lässt sich mit der richtigen Vorgehensweise eine Menge an Geld sparen. Verteilen Sie die Ressourcen sinnvoll. Wir geben Ihnen wertvolle Tipps, z.B. beim Thema Logistikanbieter. Testen Sie den LogistikManager 30 Tage lang gratis und optimieren Sie Ihre Logistik. Testen Sie unseren LogistikManager zum Thema Logistikanbieter 30 Tage lang kostenlos
Weitere Themen, die Sie interessieren könnten: Incoterms, Logistik, Umweltzonen, Uwe Wirth.
|