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Maut: Thema ohne Ende

Seit dem 05.04.2002 wurden nun auch in Deutschland die Maut eingeführt und anschließend am 1.1.2005 die LKW - Maut. Immer wieder gibt es neue Regelungen und Änderungen im Maut Gesetz. Als Fuhrparkmanager muss man immer auf dem neusten Stand der Dinge

Nachdem die Europäische Kommission das von der Bundesregierung geplante Mautbonussystem im Januar 2006 abgelehnt hatte, ist auch der Alternativvorschlag des Speditionsgewerbes von der Kommission mit dem Argument der Benachteiligung ausländischer Unternehmen abgeschmettert worden. Allerdings gestattet die EU das Förderprogramm der Bundesregierung für neue schadstoffarme LKW sowie die Absenkung der Kfz-Steuer bei schweren Lastkraftfahrzeugen auf ein europarechtlich zulässiges Mindestniveau.
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Ausgleich der hohen Maut

Ursprünglich wollte das Bundesverkehrsministerium als Ausgleich für den hohen Maut - sie sollten von durchschnittlich 12,4 auf 15 Cent pro Kilometer steigen - eine Entlastung für das Speditionsgewerbe von 600 Millionen schaffen. Nach Berechnungen des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) blieben nach dem neuen Modell von dieser Entlastung gerade einmal 150 Millionen übrig. "Selbst wenn die Maut wie angekündigt nur auf 13,5 Cent angehoben wird, fehlen immer noch 100 Millionen", stellte BGL-Geschäftsführer Karlheinz Baum fest. Das von der EU genehmigte Anreizprogramm zum Kauf abgasarmer Fahrzeuge kann seiner Meinung nach nicht als Ausgleich dienen, da diese Förderung durch die verbindliche Einführung der Euro- 5-Norm bereits ab Oktober 2008 auslaufe. Auch der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) forderte die Bundesregierung auf, weiter mit Brüssel zu verhandeln. Das Argument, ausländische Unternehmen wären durch das von den Verbänden eingebrachte Modell benachteiligt, kann Heiner Rogge, Geschäftsführer des DSLV, nicht nachvollziehen. Schließlich würden nach dem vorgeschlagenen Maut-Bonus-Verfahren alle - auch ausländische - in Deutschland tankenden und damit Steuer zahlenden LKW-Besitzer entlastet werden.

Das Bundesverkehrsministerium wies die Vorwürfe der Transportverbände zurück. Das Förderprogramm abgasarmer Fahrzeuge gelte auch für LKW der Euro- 6-Norm, und somit halte die Bundesregierung die vereinbarte Entlastung von 600 Millionen ein. Nach Rechnung der Regierung setzt sich das Sparprogramm aus 100 Millionen durch das Innovationsprogramm, 150 Millionen aus der Senkung der Kfz-Steuer und 300 Millionen aus der verringerten Maut Anhebung auf nur 13,5 Cent zusammen.

Höhere Maut in Österreich: Verhandeln Sie hart

Zum 1. Mai sind die Maut in Österreich um 2,2 % gestiegen. 20 Millionen Euro sollen dadurch zusätzlich eingenommen werden. Von Ihnen beauftragte Spediteure werden versuchen, die höhere Maut plus "Zuschlag" an Sie weiterzuberechnen. Sie als Einkäufer müssen daher hart verhandeln:

1. Maut für gefahrene Lastkilometer
Bestehen Sie hier auf lückenloser Kosten- und Leistungstransparenz durch eine klare, nachvollziehbare, offene Kalkulation und vergleichen Sie diese mit den von Ihnen selbst ermittelten Zahlen.

2. Maut für gefahrene Leerkilometer
Verhandeln Sie hart, aber fair und machen Sie hier keine unnötigen Zugeständnisse. Sie müssen dem Dienstleister abverlangen, wie er den Leerkilometeranteil ermittelt hat und welche Möglichkeiten er selbst sieht, diesen zukünftig zu vermeiden bzw. kontrollierbar zu halten:

Einerseits ist ein bestimmter Prozentsatz an Leerkilometern unvermeidlich (insbesondere im Stückgutbereich), andererseits wird es Leerkilometer geben, die durch mehr Produktivität oder durch andere Geschäftsbeziehungen (Aufbau paariger Verkehre) des Transporteurs vermeidbar gewesen wären. Generell hat der Spediteur folgende Möglichkeiten, gewisse Leerkilometer zu vermeiden:

  • Auslastung der Fahrzeuge (Tourenbildung)
  • Schaffung von Dispositionsfreiräumen (Kombinationen mit fremden Rückladungen)
  • Kombination von Auslieferungen und Beschaffungsverkehren
  • Überprüfung der Frankaturen ("ab Werk" versus "frei Haus")

Bei Standardleistungen und -fahrzeugen ist der Transporteur auch gefordert, durch hohe Produktivität und den Aufbau passender Verkehrsbeziehungen den Leerfahrtanteil zu minimieren, zum Beispiel unter 20 oder sogar 10 %. Bei speziellen Anforderungen an die Fahrzeuge/Aufbauten, die dann keinen universellen Einsatz mehr zulassen, oder bei extrem kurzfristigen Terminfahrten wirtschaftliche Randregionen, die kaum ein Rückladepotenzial aufweisen, wird man als fairer Verhandlungspartner einen Großteil dieser selbst verursachten Leerkilometer akzeptieren, denn unter diesen genannten Voraussetzungen wird sich der Leerfahrtanteil kaum unter 30 bis 40 % drücken lassen.

3. Verwaltungskosten der Maut

Sie zählen zu den allgemeinen unternehmerischen Tätigkeiten des Spediteurs und Sie können eine Beteiligung daran getrost ablehnen. Gerade bei den großen Logistikkonzernen und starken, erfolgreichen Mittelstandsbetrieben sollten Sie als Einkäufer auch so verfahren. Andererseits gibt es viele kleine und kleinste Transportunternehmen, die bereits seit Jahren in so hoher Abhängigkeit für Sie fahren, dass man sie nicht wirklich als selbstständige Unternehmer sehen kann. Wer die Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen weiter pflegen will, sollte auch beim Block "Verwaltungskosten zur Mauteinführung" einen fairen Anteil übernehmen.

Ziel der Maut ist vor allem die Finanzierung zukünftiger Straßen, Begleichung der Betriebskosten, Umweltentlastung, Generierung von zusätzlichen Erträgen für die öffentlichen Haushalte und die Internalisierung von externen Kosten.

Wenn es um Maut geht muss man viele wichtige Regelungen und Gesetze beachten. Damit Sie zum Thema Maut immer Up to Date sind sowie aktuelle News und Tipps zum Fuhrpark Management erhalten wollen, empfehlen wir Ihnen unseren monatlichen Fachinformationsdienst "LogistikManager".

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